Heilfasten
-mehr als nur der Verzicht auf feste Nahrung-
Fasten heißt Verzicht auf feste Nahrung. Fasten heißt nicht hungern. Während dieser Zeit deckt der Körper seinen Energiebedarf aus den eigenen Depots.
Die klassische Fastenzeit beginnt in unserem Kulturkreis am Aschermittwoch. Das Fasten hat religiöse und kulturelle Wurzeln. In fast allen Religionen sind Fastenzeiten bekannt, z.B. der Fastenmonat Ra-madan der Muslime.
Ursprünglich diente das Fasten zur Reinigung der Seele und als Buße für begangene Sünden. Heute fasten viele Menschen nicht mehr aus religiösen Gründen, sondern aus gesundheitlichen Aspekten, z.B. um Übergewicht abzubauen oder einfach nur um zu „entschlacken“.
Im Grunde können alle gesunden Menschen selbstständig fasten. Eine vorherige körperliche Untersu-chung ist allerdings ratsam. Es gibt aber auch die Möglichkeit in Fastenkliniken eine entsprechende Kur durchzuführen.
Bei verschiedenen Erkrankungen ist eine Fastenkur sogar anzuraten. Hierzu gehören:
- Fettleibigkeit (Adipositas)
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Gelenkerkrankungen
- Erkrankungen des Verdauungsapparates
- Neigung zur Migräne
- Allergien
- Neurodermitis.
Nicht fasten sollten Menschen, die bettlägerig oder pflegebedürftig sind. Bei Krebserkrankung, Essstö-rungen, Diabetes mellitus Typ I, erhöhtem Harnsäurespiegel sollte ebenfalls nicht gefastet werden. Dialysepatienten, Schwangere, Kinder und Jugendliche dürfen ebenso nicht fasten. Auch bei schweren psychischen Erkrankungen sollte auf das Fasten verzichtet werden.
Während des Fastens darf nichts Festes gegessen werden. Dafür sollte man aber sehr viel trinken. Neben Tee (kein Schwarztee), Gemüsebrühe, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte und vor allem viel Wasser. Die tägliche Trinkmenge sollte dabei mindestens 2,5 – 3 l betragen.
In der Zeit des Fastens sollte auf Nikotin, Alkohol, Kaffe und entbehrliche Medikamente, vor allem aber auf Abführmittel und Appetitzügler verzichtet werden.
Während der gesamten Zeit sollte man sich und seinem Körper etwas mehr Ruhe gönnen. Man sollte die Reize, die ständig von Außen einwirken möglichst reduzieren. Dazu gehört auch der Verzicht auf Radio und Fernsehen.
Beginnen sollte man die Fastenzeit mit einem Entlastungstag. Dies bedeutet wenig und einfach zu essen, z.B. ein Obst- oder Reistag.
Am ersten Fastentag ist eine gründliche Darmentleerung notwendig, um den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Dies geschieht z.B. mit Glaubersalz (30 g auf ½ l Wasser) oder F.X.-Mayr-Passagesalz (3 –5 TL auf ein Glas Wasser) oder auch einem Einlauf (mit 1 l Wasser).
An diesem Tag sollte man sich möglichst zuhause aufhalten, um sich die notwendige Ruhe gönnen zu können. Lesen, faulenzen etc. tun dann gut. Trinken sollte man Kräutertee, Früchtetee, verdünnte Säfte und vor allem viel Wasser.
Wenn man friert, hilft eine Wärmflasche oder ein heißes Getränk über dieses Problem schnell hinweg.
Am zweiten Tag kann man noch ein Hungergefühl verspüren, dass aber bald verschwindet. Viel trinken ist hier hilfreich. Es kann noch zu leichten Kreislaufproblemen kommen. Man sollte sich bewegen, z.B. spazierengehen, Waschungen mit Kaltwasser sind tun dann gut. Notfalls sollte man sich kurz hinlegen.
Es kann in den ersten beiden Tagen zu sogenannten Fastenkrisen kommen. Diese äußern sich z.B. in Kopf- und Glieder- oder Rückenschmerzen. Ruhe und viel Schlaf helfen diese Krisen zu überstehen. Auch feucht-heiße Packungen sind hier nützlich. Für die feuchtwarme Packung wird ein Handtuch zu 1/3 in heißes Wasser getaucht. Dieser Teil wird auf den Bauch gelegt und der Rest darüber zusam-mengefaltet. Dann eine heiße Wärmflasche darauf legen und gut zudecken.
Wenn der Hunger sehr groß ist, sollte man noch einmal gründlich abführen entweder mit einem Einlauf oder 2 TL Bittersalz auf ein Glas Wasser oder 3 – 5 TL F.X.-Mayr-Passagesalz auf ein Glas Wasser. Anschließend wieder viel trinken.
An diesem Tag können noch Zweifel am Sinn des Fasten auftreten. Dann sollte man sich viel Ruhe gönnen.
Ab dem dritten Tag fällt das Fasten fast allen Menschen leicht. Der Körper hat sich auf die veränderten Verhältnisse eingestellt.
Morgens sollte man sich etwas mehr Zeit lassen als sonst beim Aufstehen. Warm-kalte-Wechselduschen helfen den Kreislauf in Schwung zu bringen. Leichte Gymnastik oder eine Bürsten-massage von jeweils 5 – 10 Minuten vertreiben jede Müdigkeit.
Der Körper entgiftet und entschlackt während des Fastens. Eine gründliche Körperhygiene ist daher notwendig.
Jeden zweiten Tag sollte man gründlich abführen mit einem Einlauf oder F.X.-Mayr-Passagesalz. Falls der Urin dunkel ist, sollte man mehr trinken.
Während der Fastenzeit täglich duschen. Da die Haut durch das Fasten etwas austrocknet, sollte man sie anschließend einölen.
Gegen schlechten Atem helfen Pfefferminze, Kaugummi ohne Zucker oder ein Zitronenschnitzer.
Bei seelischen Krisen hilft es sich einen Gesprächspartner zu suchen oder auch belastende Gedanken aufzuschreiben.
Man kann sich während der Fastenzeit fast alles zumuten, was man sich auch sonst zumuten kann. Allein die Schnellkraft ist etwas vermindert. Ausdauersportarten sind daher für diese Zeit besser geeig-net als Sportarten, die einen schnellen Krafteinsatz erfordern. Sport treiben ist dem Fastenden auch deswegen anzuraten, damit keine Muskeln abgebaut werden, sondern Fett.
Während des Fasten dem Körper Zeiten der Ruhe gönnen. Wenn möglich sollte man sich Mittags hin-legen. Eine feuchtwarme Packung auf die Leber unterstützt dabei diese bei ihrer Entgiftungsarbeit.
Während des Fastens kann das Schlafbedürfnis verringert sein. Die Zeit nutzen um zu entspannen, z.B. lesen, Musik hören etc. Ein Spaziergang am Abend hilft abzuschalten. Bei geöffnetem Fenster ohne Heizung schlafen und dabei darauf achten, dass die Füße immer warm sind.
Nach dem Fasten sollte langsam wieder mit der Zuführung von fester Nahrung begonnen werden. Die-ser Prozeß sollte etwa ein Drittel der Fastenzeit betragen.
Nach dem Fasten wird jeder feststellen, dass er weniger Nahrung braucht als vorher.
Am 1. Aufbautag sollte man vormittags einen gut reifen oder gedünsteten Apfel essen. Darauf achten, dass der Apfel gut gekaut wird.
Mittags und abends eine Gemüsekartoffelsuppe ohne Fleisch essen. Hierzu eine Kartoffel mit Gemüse (z.B. Möhren, Lauch, Sellerie aber keine Kohlsorten mit 1 TL körniger Brühe kochen und weiteren Kräu-tern aber ohne Salz abschmecken.
Am 2. Aufbautag Joghurt und Knäckebrot sowie Kräuterquark zum Speiseplan hinzufügen.
Ab dem 3. Aufbautag kann wieder frisches Obst in den Speiseplan eingebaut werden.
Nach dem Fasten sollten alte Ernährungsgewohnheiten auf jeden Fall kritisch überprüft werden.
- Vollkornprodukte sind Weißmehlprodukten vorzuziehen
- überwiegend Frischkost
- Zucker und Süßigkeiten schaden dem Körper
- mit frischen Kräutern statt Salz würzen
- vorsichtig mit Fett umgehen, vor allem auf versteckte Fette achten
- reichlich trinken vor allem natürlich Wasser mindestens 1,5 – 2 l pro Tag
Nach dem Fasten ist man schneller satt. Dann heißt es nicht mehr weiter zu essen, sondern aufzuhö-ren.
In den ersten Tagen des Kostaufbaus kann man schneller müde sein, da der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist.
Auch eine Gewichtszunahme ist in den ersten Tagen normal, da der Körper seine Flüssigkeitsdepots wieder auffüllt . Jetzt ist es wichtig weiter viel zu trinken, damit auch der Darm genug Flüssigkeit bekommt um eine Verstopfung zu vermeiden.
Leinsamen und Kleie bis zu 2 TL zu jeder Mahlzeit helfen den Darm wieder in Schwung zu bringen. Rohkost und Gemüse sowie Vollkornprodukte tragen ihr übriges dazu bei, dass sich am 2. bis 3. Tag die Verdauung wieder einstellt. Auf keinen Fall ein Abführmittel nehmen. Notfalls kann ein Glycerinzäpfchen aus der Apotheke oder ein kleiner Einlauf (nur ½ l Wasser) helfen.
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Zusammenfassung:
Fasten - Heilfasten - heißt Verzicht auf feste Nahrung. Fasten heißt nicht hungern. Während dieser Zeit deckt der Körper seinen Energiebedarf aus den eigenen Depots. .....
